Indikationen

Die Händedesinfektion mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel ist stets dem Waschen der Hände mit Seife und Wasser vorzuziehen.

Das Waschen der Hände sollte nur bei sichtbar verschmutzten Händen oder bei sichtbarer Kontamination mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten der Desinfektion vorangehen. Eine Ausnahme bildet die Exposition gegenüber Sporen bildenden Organismen (zum Beispiel Clostridium difficile ).

In allen anderen Situationen ist das alkoholische Händedesinfektionsmittel der Waschung der Hände hinsichtlich Zeit bis zum Wirkungseintritt und Zuverlässigkeit der Abtötung von Erregern überlegen.

Medizinisches Personal ist in der Regel damit vertraut, dass vor und nach Tätigkeiten beim Patienten eine Händedesinfektion stattfinden sollte. Basierend auf den Empfehlungen des Robert Koch-Institutes aus dem Jahre 2000, so wie der von der WHO definierten Indikationen zur Händehygiene (WHO guidelines on hand hygiene in health care, -advanced draft- p. 95) werden folgende Indikationen zur Händedesinfektion definiert:

Tabelle 1: Indikationen und Ihre Erläuterungen

Indikation

Erläuterung

Vor Patientenkontakt

•  Vor und nach direktem Patientenkontakt

Vor aseptischen Tätigkeiten

•  Vor Manipulation an einem invasiven Device unabhängig vom Gebrauch von Handschuhen

•  Wechsel zwischen Kontaminierten und sauberen Körperstellen während der Patientenversorgung

Nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien

•  Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Exkreten, Schleimhäuten, nicht intakter Haut oder Wundverbänden

•  Wechsel zwischen Kontaminierten und sauberen Körperstellen während der Patientenversorgung

•  Nach dem Ausziehen der Handschuhe

Nach Patientenkontakt

•  Vor und nach direktem Patientenkontakt

•  Nach dem Ausziehen der Handschuhe

Nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten

•  Nach Kontakt mit Oberflächen und medizinischen Geräten in unmittelbarer Umgebung des Patienten

•  Nach dem Ausziehen der Handschuhe

Besonders auf Intensivstation mit einer hohen Anwendungsrate von invasiven Devices ist eine Fokussierung auf folgende Tätigkeiten sinnvoll, da bei diesen Tätigkeiten ein sehr hohes Transmissionsrisiko besteht:

Tabelle 2: Definition der Tätigkeiten mit einem hohen Transmissionsrisiko, bei denen zwingend eine Händedesinfektion erforderlich ist

Zur Prävention von...

Tätigkeiten...

Katheter-assoziierten Harnwegs-infektionen

•  Vor und nach dem Legen des Harnwegkatheters durch die durchzuführende und assistierende Person

•  Vor und nach jeder Manipulation am Harnwegkatheter und am Drainagesystem

Katheter-assoziierter Sepsis

•  Vor und nach dem Legen von Gefäßkathetern

•  Vor der Zubereitung von parenteral verabreichten Medikamenten und Infusionslösungen

•  Vor jeder Palpation oder Verbandswechsel an der Insertionsstelle

•  Vor Manipulationen am Katheter oder Infusionssystem

Beatmungs­assoziierten Pneumonien

•  Vor und nach Intubation

•  Vor und nach dem Absaugen

•  Vor und nach dem Wechsel von Teilen des Beatmungssystems inklusive Inhalationszubehör etc.

Postoperativen Wundinfektionen

•  Vor und nach jedem Verbandswechsel und Kontakt mit der Wunde

•  Vor und nach Manipulationen an Drainagen

•  Zwischen septischen und aseptischen Arbeitsschritten beim Verbandswechsel

Transmissionen MRE/Patienten in Isolation

•  Zusätzlich beim Verlassen des Zimmers, auch wenn der Patient nicht berührt wurde

 
[Richtlinien des Robert-Koch Institutes zur Händedesinfektion (PDF)...]

 

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